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Eine europäische Forschergruppe,
so wird berichtet, wanderte mehrere Tage lang durch den südamerikanischen
Urwald. Sie wurde dabei von Indios begleitet, die als Lastenträger
angeheuert hatten. Zur Nacht wurde stets ein Lager aufgeschlagen,
und am nächsten Tag ging der Marsch weiter. Eines morgens jedoch
weigerten sich die Indios, das Lager zu verlassen.
Befragt, was dies zu bedeuten hätte, sprach deren Anführer:
Die weißen Männer seien viele Tage in so großer
Hast durch den Urwald geeilt, daß die Seelen der Indios nicht
folgen konnten. Nun müßten sie sitzenbleiben und warten,
bis ihre Seelen sie wieder eingeholt haben.
Diese Begebenheit zeigt, was eine gute Pause ausmacht: A) der Zeitpunkt
und B) die Dauer müssen nach eigenem Ermessen gewählt
sein. Sicher läßt sich dieses Pausenverhalten in unser
Leistungsgesellschaft nicht immer praktizieren, insbesondere, wenn
man einen Arbeitsvertrag mit festen Pausenzeiten unterschrieben
hat.
Gerade in einem kreativen Beruf (und erst recht als Raucher) hat
man oft ein freizügiges Verhältnis zur Pause, denn man
weiß: eine kleine Pause im rechten Moment kann über Erfolg
oder Mißerfolg eines ganzen Arbeitstages entscheiden. Trotzdem
widerfährt es einem gelegentlich, daß einem die Raucherpausen
als beträchtlicher Arbeitsausfall voraddiert werden, in der
Regel von unausgeglichenen Chefs, die mal Pause machen sollten.
Dagegen eine andere Führungspersönlichkeit, auf ihre Art
durchaus ein weiser Mann, wollte seine Untergebenen direkt zum häufigen
Pausieren veranlassen:
Während der
Arbeit muß man sich unbedingt erholen.
Jeder kann folgenden
Versuch machen: Man beginnt eine schwierige Arbeit und arbeitet
zwei Stunden ohne Pause. Dann erholt man sich und arbeitet weiter.
Am nächsten Tag macht man einen anderen Versuch, und zwar während
der Arbeit innerhalb von zwei Stunden sollte man sich öfter
35 min erholen. Der Arbeitende wird feststellen, daß
im zweiten Falle er sich im Verlaufe des Arbeitstages viel besser
fühlen wird und ein größeres Arbeitspensum absolvieren
kann.
Diese Worte werden Wladimir Iljitsch Uljanow alias Lenin zugeschrieben.
Selbst ein unermüdlicher Arbeiter, kannte er die Bedeutung
der selbstbestimmten Pause und hielt seine Leute dazu an. Für
ihn zählte das Arbeitsergebnis, nicht die Beschäftigung.
Auch wenn die Pause mal länger dauert, wie bei den Indios:
Irgendwann ist die Seele wieder da und man erkennt selbständig:
Die Pause ist um. Dann nimmt man seine Tätigkeit wieder auf
und macht dort weiter, wo man aufgehört hatte. Vielleicht sogar
war die Pause fruchtbar und erbrachte einen neuen Ansatz: Unverzüglich
geht es frisch ans Werk mit brechtschem Tatendrang: O
Lust des Beginnens! O früher Morgen!
Und du/Neuer Gedanke!
Wenn Sie noch keine Idee für Ihre Pause haben, versuchen Sie
z.B. dies:
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| Dateiformat: .htm (vers. 4.0) |
Größe: 13 KB |
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| Autor: Kai-Michael
Gustmann |
Upload: 25.11.2002 |
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